Le musiche di Fellini

Fellinis musik

Der hundertste Geburtstag des berühmtesten italienischen Regisseurs (Rimini, 20. Januar 1920) ist eine wunderbare Gelegenheit, seine großartige Karriere anhand der Musik zu schildern: Zwölf Stücke, die ebenso viele Filme begleiteten und zu ihrem unverwechselbaren Stil beitrugen. Fellinis Soundtracks sind nämlich ebenso leicht wiederzuerkennen wie seine Geschichten und Figuren und die Atmosphäre zwischen Traum und Wirklichkeit, Zirkus und Großstadt, Heidentum und Christentum seiner Filme. Geschaffen hat sie vor allem Nino Rota (1911-1979), ein klassischer Komponist, der Orchesterstücke, Kammermusik, geistliche Musik und Opern schrieb, vor allem aber durch seine Zusammenarbeit mit Fellini berühmt wurde, der die Arrangements und Orchesterleitung Carlo Savina anvertraute. Rota und Fellini sind, neben Ennio Morricone und Sergio Leone, das berühmteste Gespann aus Regisseur und Komponisten des italienischen Kinos. Ihre Partnerschaft beginnt 1952 auf dem Set von Der weiße Scheich, dem ersten Film, bei dem Fellini Regie führt, setzt sich bis 1978 und Orchesterprobe fort, und hinterlässt ein gewichtiges Erbe, das Luis Bacalov und Nicola Piovani allerdings elegant aufzunehmen wissen. Die Anthologie möchte den typischen „Fellini-Sound“ wiedergeben, bei dem Zirkusmusik in den Slowfox großer Tanzorchester übergeht, amerikanische Evergreens sich mit Liedern aus dem Krieg vermischen und unsterbliche Melodien, die oft spontan improvisiert wurden, um den Geschmack des Regisseurs zufriedenzustellen, zu Archetypen der kollektiven Vorstellungswelt wurden.